gemeinsam für den Kinderschutz!

Ein Arbeitsgruppenbericht der Jugend- und Suchthilfe

„Zehn Fachleute aus der freien und öffentlichen Jugendhilfe sowie der Sucht- und Drogenhilfe aus Westfalen-Lippe – begleitet und „umsorgt“ von drei Kolleginnen und einem Kollegen des LWL-Landesjugendamtes und dessen Referat, der LWL-Koordinationsstelle Sucht – hatten im Mai 2016 auf die Frage: „Willst Du mit mir gehen?“ mit „Ja!“, „Klar!“ oder „Unbedingt!“ geantwortet . Wir entschieden uns, ein gutes Stück eines kollegialen Weges gemeinsam zu gehen, um aus den fachlich verschiedenen Perspektiven den Kinderschutz und suchtkranke Eltern in den Blick zu nehmen.

Dieser gemeinsame Weg stellte sich trotz manch steileren Anstieges, z .B. beim Thema  Gefährdungseinschätzungen  und  trotz  Gabelungen,  z. B.  bei  Begriffs-klärungen, als letztlich sehr lohnenswert heraus. Gerade die Kombination aus dem repräsentierten Expertenwissen und der tat-sächlich erlebten Familien- und Jugendhilfe- bzw. Suchthilfepraxis, war Heraus-forderung und Gewinn. Da aufgrund der unterschiedlichen Traditionen und Aufträge der Fachbereiche auch unterschiedliche Haltungen und Sichtweisen auf ein und denselben Sach-verhalt deutlich wurden, bestand für das jeweilige Gegenüber die Möglichkeit, einen Perspektivwechsel vorzunehmen, was die eigene Haltung nachhaltig beeinflusste. Hieran wurde aber auch deutlich, dass sich die Jugend- bzw. Familienhilfe und Suchthilfe, wenn sie ihren Fokus gemeinsam auf den Kinderschutz legen, von gewohnter  Routine  verabschieden  und  Zeit  in  Kooperation  investieren  müssen. Und Zeit ist – wie überall – auch in der sozialen Arbeit ein wertvolles, weil knappes, Gut – gerade dann, wenn Hilfeträger ihre meist dünne Personaldecke sowie ihre Refinanzierung im Blick behalten müssen.

Die Erfahrung in der gemeinsamen Erarbeitung dieser Dokumentation verdeutlichte uns aber, dass die Zeit in Zusammenarbeit hervorragend investiert war, da die gemeinsame Beschäftigung mit dem Thema eine inhaltliche Bereicherung war, die den Arbeitsaufwand aufwog und sogar übertraf. So wurde ein Weg gebahnt, der letztlich für beide leichter zu gehen war und somit die Zusammenarbeit für den Kinderschutz ebnete.“*

* aus dem Vorwort

Hrsg.: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

veröffentlicht: 2020

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www.lwl.org

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