GESUNDHEITLICHE CHANCENGLEICHHEIT IN DER CORONA-PANDEMIE

Kinder und Familien in der Krise – Herausforderungen und Handlungsansätze

„Armut hat für Kinder in Deutschland wesentliche Folgen in vielen Lebensbereichen und beeinflusst in hohem Maße ihr Wohlbefinden, ihre Gesundheit und den weiteren Verlauf ihres Lebens. Laut Robert Koch-Institut lässt sich von einem „sozialen Gradienten“ sprechen (Lampert et al. 2017): Arme Kinder sind statistisch signifikant häufiger von physischen und psychischen Gesundheitsproblemen betroffen. Außerdem zeigen sie bei Schuleingangsuntersuchungen häufiger Entwicklungsdefizite und Verhaltensauffälligkeiten auf. Gleichzeitig nehmen Eltern aus sozial benachteiligten Familien im Vergleich zu sozial besser gestellten Eltern für ihre Kinder seltener Angebote der Früherkennung in Anspruch, die für eine frühzeitige und passgenaue Unterstützung hilfreich wären.

Durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie droht sich diese Lage weiter zu verschärfen, mit langfristigen Folgen für die Kinder und ihre Familien. Die seit Anfang März 2020 notwendigen Einschränkungen des öffentlichen und privaten Lebens betreffen zwar alle Menschen in Deutschland, es gibt aber schon jetzt Forschungsergebnisse, die belegen, dass die Belastung sozial benachteiligter Kinder und Familien durch die Maßnahmen noch weiter verschärft wird. Vor allem die psychische Belastung von Kindern, Lernschwierigkeiten in der Schule und familiärer Stress haben weltweit deutlich zugenommen, auch in Deutschland (Schlack et al. 2020).“*

*aus der Einleitung

Herausgeber*innen: Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e. V. Koordinierungsstelle Gesundheitliche Chancengleichheit Nds.

veröffentlicht: 2021

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www.gesundheit-nds.de

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