Kinder sucht­kranker Eltern:

Fakten, Daten, Zusammenhänge

„Dass Alkoholabhängige überhaupt Kinder haben, wurde lange Zeit von der Suchtforschung und der Suchthilfe ignoriert. Dies ist insofern überraschend, da die Zahl der betroffenen Kinder insgesamt überraschend hoch ist.

In Deutschland ist nach offiziellen Angaben von etwa 2.5 Millionen Alkoholikern auszugehen (Feuerlein, 1996). Demnach dürften mindestens 2 Millionen Kinder durch die Abhängigkeit eines Elternteils betroffen sein. Als erwachsene Kinder aus suchtbelasteten Familien sind weitere 5-6 Millionen Personen potentiell durch eine erhöhte Vulnerabilität gegenüber psychischen Störungen gefährdet. Bei den genannten Zahlen handelt es sich allerdings eher um Schätzungen, da anzunehmen ist, daß aufgrund einer gewissen Dunkelziffer die tatsächliche Zahl höher liegt. Erst in jüngster Zeit wurde jedoch durch eine repräsentative epidemiologische Studie (Lachner & Wittchen, 1997) bestätigt, daß die familiäre Belastung durch elterliche Suchterkrankungen enorm hoch ist. Bei einer bevölkerungsrepräsentativen Stichprobe von 3021 Jugendlichen und Jungerwachsenen im Alter zwischen 14 und 24 Jahren stellte sich eine Quote elterlicher Alkoholabhängigkeit bzw. elterlichen Alkoholmißbrauchs von 15.1% heraus.

Der vorliegende Beitrag liefert einen Überblick zur Situation der Kinder in suchtbelasteten Familien.“*

*aus dem Artikel

Autor: Michael Klein
in: Schriftenreihe des Diözesan-Caritasverbandes Köln; Heft Nr. 43

Schlagworte: suchtkranke Eltern, Kinder, alkoholbelastete Familien, Forschung, Praxis, Studien, Familienumwelt, Symptome, Vulnerabilität, Risiko, Alkoholembryopathie, Auswirkungen, psychologische Verhaltensmerkmale, Resilienz, protektive Faktoren, Prävention

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