Kinder suchtkranker Eltern

Dossier der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz 

„Kinder aus suchtbelasteten Familien (Children of Alcoholics/Addicts = COAs) werden in der Literatur als »vergessene Kinder« bezeichnet, vor allem deswegen, weil ihre Eltern mit ihrer Aufmerksamkeit mehr oder weniger vollständig um die Sucht kreisen. Der/die Süchtige richtet alle Aufmerksamkeit auf das Suchtmittel. Der nicht-süchtige Elternteil richtet alle Aufmerksamkeit auf den/die Süchtige/n. So bleibt für die Kinder kaum Raum für Zuwendung. Doch vergessen sind diese Kinder vielfach auch von der Gesellschaft als Ganzes. So wird das Thema Kinder aus suchtbelasteten Familien häufig als »neues« Thema bezeichnet, mit dem Kinder- und Jugendhilfe, Suchthilfe, Gesundheits- und Bildungswesen sich aktuell auseinandersetzen müssen. Tatsächlich ist aber schon seit der Antike bekannt, dass z. B. Kinder von Trinkern überdurchschnittlich häufig selber abhängig werden. Von einem neuen Thema kann also nicht die Rede sein. Die Leiden der betroffenen Kinder sind nur lange Zeit aus verschiedenen Gründen tabuisiert und nicht zur Kenntnis genommen worden.“*

*aus dem Dokument 

Herausgeber*innen:  Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz 

veröffentlicht: 2012

Zum Artikel
www.bag-jugendschutz.de

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