Rahmen­konzept für Kinder suchtkranker

Eltern in der stationären Entwöhnungsbehandlung

„Die Rehabilitation Abhängigkeitskranker basiert auf dem bio‐psycho‐sozialen Modell und umfasst damit auch die Lebens‐ und Kontextbedingungen des jeweiligen Menschen, der eine Suchterkrankung aufweist. Im Falle von Müttern/Vätern/Eltern mit Kindern müssen von daher auch deren Kinder bei der Planung, Durchführung und weiteren Verstetigung des im Rehabilitationsprozess Erreichten eine entsprechende Berücksichtigung erfahren.

Denn es besteht nicht nur ein Erziehungsauftrag der Eltern, sondern deren Rehabilitationserfolg – und damit auch die Wirtschaftlichkeit der Rehabilitationsleistung – ist eng mit einer Stabilisierung und positiven Entwicklung der Kinder verbunden. Zudem weisen Kinder suchtkranker Eltern erhöhte Risiken auf, selbst psychische Störungen und im weiteren Lebenslauf auch Suchterkrankungen zu entwickeln. Die Entwöhnungsbehandlung eröffnet die Möglichkeit, in diesem Setting nicht nur die Eltern zu behandeln, sondern auch die Kinder hinsichtlich ihrer psychischen, sozialen, körperlichen und kognitiven Entwicklung zu fördern und die Beziehung der Eltern zu ihren Kindern zu stärken. In der Mehrzahl der Fälle liegt noch keine psychische Erkrankung der Kinder vor, es bestehen jedoch häufig bereits Verhaltensauffälligkeiten oder Entwicklungsverzögerungen. Von daher sind entsprechende strukturelle Rahmenbedingungen auf der Ebene der Leistungsträger erforderlich, welche eine an den umfangreichen Bedarfen orientierte Versorgung für die suchtkranken Eltern und ihre Kinder sicherstellen.“*

*aus der Zusammenfassung

Autorinnen und Autoren: Rainer Thomasius, Michael Klein, Sonja Bröning

Schlagworte: Familiensystem, Eltern, Psyche, Therapie

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