Kinder aus alkoholbelasteten Familien

„Es wird ein Überblick zu Forschung und Theorienbildung in Bezug auf Kinder aus alkoholbelasteten Familien gegeben. Diese weisen ein bis zu sechsfach erhöhtes Risiko auf, selbst abhängigkeitskrank zu werden und zeigen darüber hinaus häufiger auffällige Symptome, insbesondere in den Bereichen Angst, Depression, Essstörungen, antisoziales Verhalten, Impulsivitätsstörungen und Störungen der Verhaltenskontrolle.

Diese Störungen werden bisweilen direkt (z.B. als Alkoholembryopathie) oder meistens indirekt (z.B. über Familienstressvariablen) vermittelt. Bei dem generell erhöhten Risiko für dysfunktionale Verhaltensweisen zeigen Jungen eher Symptome im Bereich expansiver Verhaltensstörungen, Mädchen eher im Bereich affektiver Störungen. Insgesamt sind die meisten Auffälligkeiten in den Bereichen Selbstwirksamkeit, interpersonelle Problemlösekompetenz, soziale Interaktionsfähigkeiten, Verhaltenskontrolle und Emotionalität sowie schulischer und kognitiver Leistungsprobleme festzustellen. Die häufigste Folge der Tatsache, in einer alkoholbelasteten Familie aufgewachsen zu sein, ist jedoch ab dem Jugendalter das Risiko, selbst suchtkrank zu werden.“*

*aus dem Beitrag

Autor: Klein, Michael und Zobel, Martin
Beitrag erschienen in: Kindheit und Entwicklung. Zeitschrift für Klinische Kinderpsychologie 1997, Band 6, Heft 3, 133 – 140

Schlagworte: Kinder, alkoholbelastete Familie, Substanzabhängigkeit, Alkohol, alkoholabhängige Eltern, Auswirkungen, psychologische Verhaltensmerkmale, suchtkrank

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