Connect

Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien

Kooperation und Vernetzung

„Kinder, die mit suchtkranken Eltern(-teilen) aufwachsen, leiden häufig unter einer Vielzahl von psychischen, sozialen und körperlichen Belastungen; die Gefahr, dass sie selber eine Suchterkrankung entwickeln oder psychosomatisch erkranken, ist erhöht. Kommt zu der Suchterkrankung der Eltern noch ein Aufwachsen in Armut (niedriges Bildungsniveau der Eltern, materielle Unterversorgung, Arbeitslosigkeit, Migration, Leben in einem Stadtteil mit Entwicklungsbedarf etc.) hinzu, sind die Kinder überdurchschnittlich großen körperlichen, seelischen und sozialen Gesundheitsrisiken ausgesetzt. Präventives und gesundheitsförderndes Handeln zu einem möglichst frühen Zeitpunkt ist für diese Kinder besonders wichtig. Das Projekt „Connect“ zielt auf eine arbeitsfeldübergreifende Zusammenarbeit.

Nicht nur Sucht- bzw. Beratungseinrichtungen arbeiten sozialraumorientiert enger zusammen, sondern in einem Verbund kooperieren verbindlich alle Einrichtungen miteinander, die „rund um das Kind und die Familie“ aktiv sind. Dazu zählen Kindertagesstätten ebenso wie Hebammen, Erziehungsberatungsstellen oder auch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und viele andere.

Die Bedarfe der Professionellen werden erhoben, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden qualifiziert, und mithilfe von Fortbildungen, Workshops und Fallbesprechungen wird die sektorenübergreifende Zusammenarbeit gefördert. Die Professionellen werden für das Thema „Kinder aus suchtbelasteten Familien“ sensibilisiert, erhalten Qualifikation und werden Teil eines unterstützenden Netzwerks. Auf frühzeitige Anzeichen von Belastungen der Kinder kann zukünftig durch die Entwicklung einer „Kultur des Hinschauens“ professionell und vernetzt reagiert werden.

Das Modellprojekt hat folgende wichtige Ergebnisse erzielt: das Thema „Kinder aus suchtbelasteten Familien“ ist in der Region präsent. 30 Kooperationspartner aus den Bereichen rund um das Kind und seine Familie konnten auf der Basis eines Kooperationsvertrages zur verbindlichen Zusammenarbeit motiviert werden. Es ist gelungen, ein neues Instrument – eine unbürokratische kollegiale Fallberatung unter regelhafter Einbeziehung der Kompetenz aus der Suchthilfe – zu entwickeln und strukturell zu verankern.

Dank der Unterstützung der Akteurinnen und Akteure aus der bezirklichen Jugendarbeit ist es gelungen, den Kooperationsverbund über die Projektphase (August 2003 bis August 2005) hinaus zu erhalten. Die Arbeit ist an die regionale sozialräumliche Angebotsentwicklung angebunden, Fallberatung und Koordination sind als Regelangebot in der Modellregion übernommen. Die Regelungen für die Weiterarbeit sind Bestandteil des Kooperationsvertrages.
NEU: Im Jahr 2008 soll der Nachbarstadtteil Lurup in die Kooperationsvereinbarung einbezogen werden.

Das Modellprojekt „Connect – Hilfe für Kinder aus suchtbelasteten Familien – Kooperation und Vernetzung“ wurde im Hamburger Stadtteil Osdorf (Sozialraum 15) angeboten. Die Gesamtkoordination des zweijährigen Modellprojekts (Laufzeit August 2003 bis August 2005) lag beim Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen. Die regionale Koordination wurde von der Vereinigung Pestalozzi e.V. – einem Jugendhilfeträger mit unterschiedlichen (koordinierenden) Angeboten – vor Ort durchgeführt. Finanziert wurde das Projekt durch Zuwendungen der Behörde für Soziales und Familie, der Hamburgischen Arbeitsgemeinschaft für Gesundheitsförderung (HAG) und aus Spenden.“*

*aus der Projektbeschreibung

Hrsg.: Sucht.Hamburg GmbH

Schlagworte: Prävention, Intervention, Kinder, suchtbelastete, Familie, Projekt, Hilfesystem

Zum Artikel
www.gesundheitliche-chancengleichheit.de

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