Komplex traumatisierte Mädchen

aus suchtbelasteten Familien

Suchtprävention der Landeszentrale für Gesundheitsförderung in Rheinland-Pfalz e.V.

„Es gibt eine große Gruppe der Kinder aus Suchtfamilien, die selbst nicht suchtkrank werden, hoch angepasst sind, nicht auffallen, still leiden, ohne dass es jemand mitbekommt, und schwerwiegend komplex traumatisiert sind. Claudia Black schrieb schon 1981 zu diesen Kindern: „They are a neglected population. If they are busy and look good, they will be ignored.“ Daran hat sich auch fast 40 Jahre später nichts geändert. Selbst in der Suchthilfe und -prävention mangelt es an Bewusstsein, Konzepten und Angeboten. Folgend soll in sieben Thesen über die (genderspezifische) Problematik dieser Kinder und ihren Hilfebedarf aufgeklärt werden.

Kinder in suchtbelasteten Familien wachsen mit großen Ängsten auf. Sie haben zwei Möglichkeiten, mit diesen umzugehen. Sie können erstens kämpfen, was eher typisch für Jungen ist. Das bedeutet, dass sie störende und aggressive Verhaltensweisen entwickeln und in der Jugend häufig selbst zu Suchtmitteln greifen. Diese Kinder sind in Wissenschaft und Prävention bekannt. Ein Drittel der Kinder aus Suchtfamilien wird auf dem Hintergrund ihres Kindheitstraumas später selbst suchtkrank, was als süchtige Transmission bezeichnet wird. Es gibt eine zweite Gruppe, die auf die Ängste durch Erstarrung reagiert. Diese Kinder sind vornehmlich Mädchen, die aufgrund ihrer Anpassung, Eigenständigkeit, Verantwortungsübernahme und Leistungsbereitschaft unsichtbar sind und nicht auffallen. Sie werden im Folgenden „stille Mädchen“ genannt.(…) Sie werden durch Prävention und Therapie nicht erreicht. Darüber hinaus ist bekannt, dass Mädchen – nicht Jungen! – aus Suchtfamilien ein gesteigertes Risiko haben, im späteren Leben einen suchtkranken Partner zu wählen, ohne selbst suchtkrank zu werden.“*

* aus der Bröschüre

 

 

 

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